KG Schnapskännchen verbreitet Fastelovendsjeföhl in den Wohnzimmern

Was tut eine Karnevalsgesellschaft, wenn die Einladung zur Großen Kostümsitzung im Festzelt eifrig angenommen wird, die Sitzung bis auf wenige Restkarten ausverkauft ist und dann das Coronavirus das Feiern nicht zulässt? Sie wird im besten Falle kreativ und sucht nach Alternativen!

Genau das hat die KG Schnapskännchen gemacht. Nach der ersten Enttäuschung über die notwendige Absage der Zeltveranstaltungen am Güstener Sandweg hat der Vorstand jedenfalls nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Und so entstand die Idee einer Kostümsitzung als Live-Stream. Das Fastelovendsjeföhl sollte in die Wohnzimmer der Freunde, Mitglieder und Senatoren der KG gebracht werden.

Zum Glück waren fast alle ursprünglich verpflichteten Künstlerinnen und Künstler bereit zu diesem Vorhaben. Das rechnet die KG ihnen hoch an, denn da es sich um eine freiwillige Absage seitens der KG handelte, stand allen auch ohne Auftritt die Gage zu.

Bei der Suche nach einem geeigneten Ort wurde man beim Kulturbahnhof schnell fündig, und der sollte kurzerhand für besagten Abend zum „Schnapskännchenbahnhof“ werden. Mit der Firma MPM und Daniel von Büren und Team holte man erfahrene Menschen für Licht, Ton, Kameraführung und Regie mit ins Boot.

Der „Schnapskännchenbahnhof“ wurde hergerichtet, Bühne und Elferratstisch mit großen Holzorden geschmückt, so dass fast ein wenig Festzeltatmosphäre aufkam. Auch das traditionelle Essen des Vorstands und des Elferrates vor der Sitzung durfte nicht fehlen.

Und dann ist es auch schon soweit.

Um 18.30 Uhr am Samstagabend geht Präsident Tom Beys „auf Sendung“ über den YouTube-Kanal der KG. Er begrüßt das Publikum vor den Bildschirmen und übergibt das Mikrofon für das Vorprogramm an Kinderpräsidentin Elisa Zimmermann, die nun schon zum zweiten Mal virtuell zu den Kindern und Erwachsenen sprechen muss.

Gekonnt entlockt sie in kleinen Interviews dem Präsidenten Tom Beys, dem 1. Vorsitzenden Jürgen Breuer, Senatspräsident Jürgen AC Kreuzer sowie dem Chef der Technik Daniel von Büren ein paar Geheimnissen rund um ihre Person und ihre Rolle und Aufgaben.

Pünktlich um 19 Uhr ziehen Tom Beys, sein Elferrat und eine Abordnung des Vorstandes auf die Bühne. Das feiernde und teils kostümierte Publikum vor den Bildschirmen wird begrüßt. Im Hintergrund ist der Sonderorden der Session zu sehen: „Mir sin et satt“ steht darauf geschrieben. Alle seien die Coronapandemie leid, so Beys, aber auch die Entscheidung der Politik, den Karnevalsgesellschaften und -vereinen die Absage der Veranstaltungen zu überlassen, habe dieses Gefühl geweckt. Doch dann zieht der Elferrat an seinen Platz zu den Klängen der Thomas Arens Combo, und vergessen sind alle negativen Gefühle.

In den nächsten Stunden ist der Auftritt ohne großes Publikum im Saal vor allem für die Redner eine Herausforderung. Doch Frank Friedrichs als „Ne Spätzünder“, Christian Pape in Begleitung vom „Mann im Pullunder“ namens Dr. Stefan Bimmermann und Motombo genießen ihren Auftritt im Schnapskännchenbahnhof sehr und bringen die kleine Schar vor Ort und sicherlich auch vor den Bildschirmen zum Schmunzeln und Lachen.

Elisa Zimmermann tanzt ihren frisch eingeübten Solotanz zur Musik von „James Bond“, und auch die Funky Steps der Rot-weißen Funken schwingen gekonnt das Tanzbein.

Kölsche Töne servieren Miljö und Lupo. Ebenfalls musikalische Begeisterung liefern die Original Eschweiler und die Brassband Eefelkank zum Finale.

Ein tolles und abwechslungsreiches Programm wird dem Publikum geboten. Eifrig genutzt wird auch das Gewinnspiel, bei dem es wie im letzten Jahr beim Schnapskännchen-TV zu erraten gilt „Wo ist Benedikt?“

Die Freunde der KG und des Sitzungskarnevals schauen nicht nur aus Güsten, Welldorf, Serrest und den umliegenden Höfen zu. Auch in weiter entfernten Wohnzimmern in Deutschland und im Ausland wird die Sitzung empfangen. Und die über 5700 Aufrufe, eine wahre Flut an eingegangenen Mails und „Schnaxen“ sowie die zahlreichen Kommentare in den sozialen Kanälen und per Videobotschaft zeigen, dass sich das Engagement gelohnt hat und die besondere Lieferung an Fastelovendsjeföhl angekommen ist.

Vorstand und Elferrat der KG sind sehr euphorisch gestimmt nach der Sitzung. „Es hat sich fast wie sonst angefühlt, nur ein bisschen anders!“ In diesen Zeiten war der Live-Stream eine gute und gelungene Alternative.

Trotz des Erfolgs hofft man jedoch, dass dieser erste Sitzungs-Stream zugleich der einzige und letzte sein wird. Denn mit den Jecken gemeinsam im Festzelt zu schunkeln und zu lachen, zu tanzen und vielleicht auch wieder zu bützen lässt sich nun doch nicht virtuell ersetzen!

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